Die letzten Wochen hat mich ein besonderes Schreibprojekt begleitet. Gemeinsam mit Co-Autor Andreas ist ein Rückblick über die Holzarbeiten der Schreinerei Maria Laach in unserem Umbau entstanden.
Let´s go 😊
Schreinerei Maria Laach & VULKAN Brauerei: Ein Projekt-Rückblick
Mit dem beispiellosen Aus- und Umbau auf dem Gelände der VULKAN Brauerei in Mendig hat das Familienunternehmen seine räumliche Struktur neu gedacht. Entstanden sind agile Büroräume, eine lichtdurchflutete Einkaufswelt, Sanitäranlagen im Chalet-Stil und eine Tagungs- und Eventlocation im Industrial-Look, die Besucherinnen und Besucher in die Welt des Bieres eintauchen lassen. Dabei ging es nicht nur um neue Räumlichkeiten, sondern um ein nachhaltiges Gesamtkonzept – energieeffizient, bereits heute größtenteils barrierefrei und geprägt von einer Gestaltung, die die Identität der Marke sichtbar macht.
Für die Innenausstattung holte sich die Brauerei Unterstützung von einem vertrauten Partner: der Schreinerei Maria Laach, die mit ihrer Ausstellung handgefertigter Massivholzmöbel auf über 500 m2 in der Villa Reuther für individuelle Entwürfe und maßgefertigte Innenausbauten steht. Zwischen der Familie Tack und Schreinermeister Marc Seiler besteht seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit, die bereits mehrere gemeinsame Projekte hervorgebracht hat. Mit dem Umbau in Mendig wurde diese Partnerschaft auf eine neue Ebene gehoben: ein umfassendes Gemeinschaftsprojekt, das Planung, Fertigung und Umsetzung eng verzahnt.
Schreinerei Maria Laach: Über Zeitdruck, Lösungsorientierung und Teamgeist
Für Marc Seiler, Schreinermeister und Inhaber der Schreinerei Maria Laach, war der Umbau in Mendig in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Projekt. Zum einen durch seine Dimension, zum anderen durch die Vielfalt der Aufgaben. „Das war ja nicht nur ein Projekt, sondern im Grunde vier – der Shop, die Büroetage, die WC-Anlagen und der Tastingraum“, erklärt er. „Jedes davon war für sich schon umfangreich, und wir haben vieles parallel umgesetzt.“
Die Schreinerei übernahm von Anfang an die planerische und gestalterische Verantwortung. Gemeinsam mit der Brauerei wurden Abläufe und Raumkonzepte entwickelt, Zeichnungen erstellt und in mehreren Abstimmungsrunden verfeinert. „Für jedes Teilprojekt saßen wir bestimmt zwei- bis dreimal zusammen“, erinnert sich Marc. „Das war ein großer Planungsaufwand im Vorfeld, aber genau das hat am Ende die Qualität ausgemacht.“
Dass die Zusammenarbeit so reibungslos funktionierte, lag auch an der langen Verbindung zwischen den beiden Partnern. Marc kennt die Familie Tack seit rund 15 Jahren. Bereits zuvor hatte er für die Brauerei und deren Umfeld gearbeitet – vom Restaurant Waldfrieden in Wassenach über das Ferienhaus „VULKAN Villa“ hinter der Brauerei bis hin zu privaten Projekten. „Man weiß einfach, wie der andere denkt und was ihm wichtig ist. Das erleichtert vieles“, sagt Marc.
Technisch und organisatorisch brachte das Projekt einige Herausforderungen mit sich: Kühlaggregate und Lüftungssysteme mussten unauffällig in die Innenausstattung integriert werden; die Abstimmung mit Sanitär- und Elektrogewerken erfolgte fortlaufend. „Das war eine Art Arbeitsgemeinschaft“, so Marc. „Wenn jemand ein Problem hatte, haben wir es gemeinsam gelöst.“
Am Ende steht für ihn ein Ergebnis, das überzeugt – nicht, weil alles problemlos lief, sondern weil alle Beteiligten an einem Strang zogen. „Wir hatten viel freie Hand, aber eben auch ein gemeinsames Ziel: Räume zu schaffen, die funktionieren und gleichzeitig die Marke VULKAN transportieren.“
VULKAN Brauerei: Über Planung, Vision und Partnerschaft
Für Malte Tack, Geschäftsführer der VULKAN Brauerei, ist der Umbau die größte Investition in der Unternehmensgeschichte und macht den Betrieb fit für eine nachhaltige Zukunft. Insgesamt sind 9 Millionen Euro in die Ausbauarbeiten geflossen, was nicht zuletzt einigen Abhängigkeiten geschuldet war. Das ehemalige Verwaltungsgebäude konnte beispielsweise nicht wirtschaftlich in Stand gesetzt werden. Für den Ausbau
und die Modernisierung der Sanitäranlagen musste der alte Shop weichen. So entstand die Idee, Büro und Shop in einem Neubau zusammenzubringen. Der Tagungs- und Eventraum „Mälzerstube“ sollte direkten Zugang zum Brauhaus bekommen. Außerdem wurde das Sudhaus um eigene Brennanlagen erweitert.
Der Bio-Brauerei in Mendig war es wichtig, für den Umbau auf regionale Unternehmen zu setzen. Beim Raumkonzept gab es allerdings die Sorge, ob das bei so viel Individualität wirtschaftlich mit einem Regionalbetrieb umgesetzt werden kann oder man gezwungen ist, überregional auszuschreiben. Malte war froh, dass er mit der Schreinerei Maria Laach einen vertrauensvollen Partner in direkter Nähe wusste, der die VULKAN Designsprache versteht und selbstständig in der Lage ist, sie auf die neuen Raumkonzepte zu adaptieren.
Noch dazu war es wichtig, dass eine ganzheitliche Umsetzung aus einer Hand möglich war, so konnte Marc nicht nur Sonderanfertigungen nach Maß herstellen, sondern auch Standardlösungen liefern. Eine weitere Anforderung an das Interieur war, dass es funktional zu VULKAN passte. Oberflächen mussten unempfindlich sein, im Falle der Sanitäranlagen auch hygienisch, sodass hier kein offenporiges Echtholz in Frage kam. Gleichzeitig gab es stellenweise den Anspruch der Flexibilität, wie zum Beispiel bei den mit Akku betriebenen, höhenverstellbaren Tagungstischen aus Eichenholz. Dabei immer der Blick auf die Wirtschaftlichkeit.
Eine der größten Herausforderungen war es, den Wunsch der VULKAN Brauerei umzusetzen, die historischen Braukessel aus dem Sudhaus in die neue Einkaufswelt zu integrieren. Marc musste überlegen, wie man aus den Kesseln individuelle Möbelstücke fertigen und sie möglichst unauffälig und sicher befestigen kann. Das Ergebnis lässt sich nun im VULKAN Shop bestaunen und ist wirklich sehr gelungen.
„Wir sind super happy“, sagt Malte und bezieht sich dabei auf das Gesamtergebnis.
Ein weiteres Highlight ist der neue Tastingtisch im Shop. Malte erinnert sich: „Das war das größte Stück Holz von einem 250 Jahre alten Eichenbaum, das Marc in seinem Bestand hatte.“
Eine Zusammenarbeit, die verbindet
Was ein Projekt dieser Größenordnung braucht, ist Abstimmung und Verlässlichkeit, und davon gab es reichlich. Von der ersten Idee bis zur letzten Schraube standen Brauerei und Schreinerei im engen Austausch. Für jedes Teilprojekt wurden Pläne entwickelt, besprochen, angepasst. Viele Entscheidungen fielen am Tisch, andere direkt in der Werkstatt. „Während der Shop montiert wurde, haben wir schon an der Büroetage gebaut“, erinnert sich Marc.
„Manchmal lagen nur wenige Tage zwischen zwei Deadlines. Und wenn Malte vorbeikam, ist er mit uns durch die Werkstatt gegangen und hat sich alles angesehen.“
„Wir wussten, dass unsere Räumlichkeiten bei Marc und seinem Team in besten Händen sind und würden rückblickend nichts anders machen“, fasst Malte zusammen.
Diese Nähe war einer der Gründe, warum das Zusammenspiel so gut funktionierte. Kurze Wege, schnelle Rücksprachen, gegenseitiges Vertrauen – beide Unternehmen, die sich seit Jahren kennen, arbeiteten hier fast wie ein gemeinsames Team. Auch bei Detailfragen, etwa zur Beleuchtung oder der Fliesenauswahl in den Sanitäranlagen, galt: Probleme wurden nicht weitergereicht, sondern gemeinsam gelöst.
Am Ende steht ein Ergebnis, das spürbar aus dieser Zusammenarbeit gewachsen ist. Die neuen Räume erzählen von handwerklicher Präzision und klarer Gestaltung. Sie fügen sich ganz selbstverständlich in das Gesamtbild der Brauerei ein und spiegeln ihre Seele. Für alle Beteiligten war es daher nicht nur ein Bauprojekt, sondern ein gemeinsamer Prozess, bei dem Planung, Produktion und Idee Schritt für Schritt zusammengewachsen sind. Für Feinschliff und Deko sorgte im Anschluss Nela Guerreiro-Seiler und verlieh den Räumlichkeiten ihren unverwechselbaren Charakter.

Dieser Artikel ist ein Gemeinschaftsprojekt der VULKAN Brauerei und der Villa Reuther, das in kreativer Zusammenarbeit zwischen Yvonne (VULKAN Brauerei) und Andreas (Agentur akenzo für die Villa Reuther) entstanden ist. Er erscheint sowohl hier bei der VULKAN Brauerei als auch im Blog der Villa Reuther – wir freuen uns über einen Besuch dort!



































































